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Holzlexikon · Laubholz

Bangkirai

Shorea spp.

Allgemeine Beschreibung

Bangkirai ist der Handelsname für mehrere Shorea-Arten aus der Gruppe der Gelb-Balau-Hölzer. In Deutschland war es über Jahre das Terrassenholz schlechthin – hart, schwer, dauerhaft und im Vergleich zu Ipé oder Cumaru günstiger.

Wer Bangkirai einsetzt, sollte die Eigenheiten kennen: Es splittert stärker als andere Terrassenhölzer, es können Pfahlrisse auftreten, und die Gerbstoffe waschen sich in den ersten Monaten aus und färben angrenzende Steinflächen.

Eigenschaften von Bangkirai

Frisch verlegt ist Bangkirai gelblich- bis rötlich-braun. Im Freien vergraut es gleichmäßig silbergrau, ohne dass die Dauerhaftigkeit leidet.

Das Holz ist ausgesprochen hart und schwer. Der oft wechseldrehwüchsige Faserverlauf erklärt sowohl die Neigung zum Splittern als auch den hohen Werkzeugverschleiß.

Eigenschaften im Überblick:

  • sehr hart und schwer
  • hohe natürliche Dauerhaftigkeit
  • hohe Festigkeit und Tragfähigkeit
  • vergraut im Freien gleichmäßig
  • neigt zu Splittern und Pfahlrissen
  • gerbstoffreich, färbt in der Anfangszeit ab

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Laubholz
Botanischer Name Shorea spp.
Herkunft Südostasien, überwiegend Indonesien und Malaysia
Farbe Gelblich-braun bis rötlich-braun, vergraut im Freien
Struktur Grobfaserig, teils wechseldrehwüchsig
Rohdichte ca. 900–1000 kg/m³
Festigkeit Sehr hoch
Bearbeitung Möglich, hoher Werkzeugverschleiß
Natürliche Dauerhaftigkeit Gut

Verwendung

Bangkirai wird fast ausschließlich im Außenbereich verbaut:

  • Terrassendielen und Unterkonstruktionen
  • Stege, Treppen und Podeste im Außenbereich
  • Zäune, Sichtschutz und Pergolen
  • Fassadenverkleidungen
  • Hydrobau und Wasserbau
  • stark beanspruchte Konstruktionen

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Hartmetallwerkzeuge sind Pflicht, Vorbohren und Senken ebenso. Ohne Vorbohren reißt das Holz an den Rändern auf.

Ausschließlich Edelstahlbefestigungen verwenden. Die Gerbstoffe greifen andere Metalle an und hinterlassen dunkle Läufer.

In den ersten Monaten sollte Regenwasser nicht über hellen Naturstein oder Putz ablaufen – die auswaschenden Gerbstoffe hinterlassen bräunliche Flecken. Ein Vorbehandeln mit Öl reduziert das, verhindert es aber nicht vollständig.

Vorteile von Bangkirai

  • bewährtes und gut verfügbares Terrassenholz
  • sehr hohe Härte und Abriebfestigkeit
  • dauerhaft ohne chemischen Holzschutz
  • günstiger als Ipé oder Cumaru
  • hohe Tragfähigkeit für Unterkonstruktionen
  • lange Lebensdauer bei richtigem Aufbau

Zu beachten

Die Splitterneigung ist bei Bangkirai deutlich höher als bei Garapa oder Cumaru. Für Terrassen, die barfuß genutzt werden, sind glattere Alternativen die bessere Wahl.

Das hohe Gewicht verlangt eine tragfähige Unterkonstruktion. Bewegungsfugen und Belüftung sind wegen des starken Arbeitens besonders wichtig.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Bangkirai stammt aus tropischen Regenwäldern Südostasiens. Die Herkunft ist deshalb entscheidend: Nur zertifizierte oder nachweislich legal geschlagene Ware ist vertretbar.

Für tropische Hölzer gilt eine gesetzliche Sorgfaltspflicht: Herkunft und Legalität müssen über die gesamte Lieferkette dokumentiert sein. Wir beziehen ausschließlich Ware mit vollständigen Nachweisen und können auf Wunsch FSC- oder PEFC-zertifizierte Qualitäten anbieten.

Zusammenfassung

Bangkirai ist das klassische Terrassenholz: sehr hart, dauerhaft und wirtschaftlich. Wer die Splitterneigung und die anfänglichen Auswaschungen einplant, bekommt einen langlebigen Belag.