Fachbegriffe, kurz erklärt
Auf den Lexikonseiten tauchen immer dieselben Begriffe auf. Hier stehen sie erklärt – ohne Umweg über die Norm, dafür mit dem Hinweis, was sie auf der Baustelle bedeuten.
Die fünf Dauerhaftigkeitsklassen
- 1sehr dauerhaftsehr dauerhaft, auch im Erdkontakt über Jahrzehnte beständig
- 2dauerhaftdauerhaft, für bewitterte Bauteile ohne chemischen Schutz geeignet
- 3mäßig dauerhaftmäßig dauerhaft, im Freien nur mit Beschichtung oder konstruktivem Schutz
- 4wenig dauerhaftwenig dauerhaft, im Freien nur geschützt oder imprägniert
- 5nicht dauerhaftnicht dauerhaft, ausschließlich für trockene Innenräume
Die Klasse gilt für das Kernholz. Splintholz ist bei jeder Art nicht dauerhaft.
Zahlen, die auf jeder Lexikonseite stehen
- Rohdichte
Masse pro Volumen bei einem Feuchtegehalt von 12 Prozent, angegeben in kg/m³. Die Rohdichte ist der beste Einzelindikator für Härte, Festigkeit und Gewicht: Fichte liegt bei etwa 450, Eiche bei 700, Ipé bei über 1000.
Warum eine Spanne und kein fester Wert? Weil Standort, Wuchsgeschwindigkeit und Position im Stamm die Dichte innerhalb einer Art deutlich verändern. Engringig gewachsenes Holz ist dichter als breitringiges.
- Dauerhaftigkeitsklassenach EN 350
Die Einstufung, wie lange das Kernholz einer Art ohne chemischen Schutz gegen holzzerstörende Pilze besteht – von Klasse 1 (sehr dauerhaft) bis Klasse 5 (nicht dauerhaft).
Wichtig: Die Klasse gilt nur für das Kernholz. Splintholz ist bei jeder Art nicht dauerhaft. Wer dauerhaftes Außenholz bestellt, muss deshalb ausdrücklich Kernholz verlangen.
- Härte
In diesem Lexikon als Einordnung von weich bis sehr hart angegeben. Sie bestimmt, wie empfindlich eine Oberfläche gegen Kratzer und Druckstellen ist – entscheidend bei Böden und Terrassen.
Bei Bodenbelägen wird die Härte häufig als Brinell-Wert angegeben. Er misst, wie tief eine Kugel unter definierter Last eindringt.
- Festigkeit
Wie viel Last ein Bauteil aufnehmen kann, bevor es bricht. Für tragende Konstruktionen ist nicht die Art allein maßgeblich, sondern die Festigkeitsklasse der konkreten Sortierung – etwa C24 bei Nadelholz.
Was im Stamm passiert
- Splintholz und Kernholz
Der Splint ist die äußere, noch wasserleitende Zone. Er ist bei allen Arten hell und nicht dauerhaft. Das Kernholz im Inneren ist stillgelegt, oft dunkler und bei vielen Arten durch eingelagerte Stoffe geschützt.
Praktische Folge: Nur Kernholz erreicht die genannte Dauerhaftigkeitsklasse. Bei Terrassendielen und Zaunpfosten ist Splintfreiheit deshalb kein Luxus, sondern Voraussetzung.
- Quellen und Schwinden
Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab – dabei ändert es sein Volumen. In Faserrichtung ist die Bewegung minimal, quer dazu erheblich. Deshalb arbeiten breite Bretter stärker als schmale.
Wer das ignoriert, bekommt aufgeschüsselte Dielen, klemmende Türen und Risse. Ausreichende Fugen, richtige Einbaufeuchte und belüftete Aufbauten sind die Antwort darauf.
- Ringporig und zerstreutporig
Bei ringporigen Laubhölzern wie Eiche und Esche liegen die großen Gefäße im Frühholz konzentriert – das ergibt die kräftige, streifige Zeichnung. Bei zerstreutporigen wie Buche oder Ahorn sind sie gleichmäßig verteilt, die Fläche wirkt ruhiger.
- Wechseldrehwuchs
Die Faserrichtung wechselt von Jahrring zu Jahrring. Im Spiegelschnitt entsteht dadurch der begehrte Streifenglanz, wie bei Sapelli. Beim Hobeln ist es dagegen eine Herausforderung: Ein Teil der Fläche wird immer gegen die Faser bearbeitet.
- Spiegel- und Sehnenschnitt
Der Spiegelschnitt verläuft durch die Stammmitte, die Jahrringe stehen senkrecht zur Brettfläche. Solche Bretter arbeiten weniger und zeigen bei Eiche die typischen Spiegel. Der Sehnenschnitt liegt tangential und ergibt die geflammte Fladermaserung.
Wie Holz haltbar gemacht wird
- Konstruktiver Holzschutz
Der wirksamste und günstigste Schutz: Wasser gar nicht erst ins Holz lassen. Dachüberstände, abgeschrägte Oberkanten, Abstand zum Erdreich, hinterlüftete Aufbauten, kein stehendes Wasser in Fugen.
Kein Anstrich und keine Imprägnierung ersetzt einen guten konstruktiven Aufbau. Wo das Wasser abläuft, hält Holz Jahrzehnte.
- KesseldruckimprägnierungKDI
Im Druckkessel wird ein Schutzmittel tief in das Holz gepresst. Damit erreichen wenig dauerhafte Arten wie Kiefer und Fichte auch im Erd- und Wasserkontakt lange Standzeiten.
Zu beachten: Nachträgliche Schnitte legen unbehandeltes Holz frei und müssen nachbehandelt werden. Am Nutzungsende gilt imprägniertes Holz als behandelter Abfall.
- Thermische ModifizierungThermoholz
Erhitzen auf 180 bis 215 °C unter Sauerstoffabschluss. Die Zucker in der Zellwand zerfallen, das Holz nimmt kaum noch Wasser auf und wird dauerhaft – ohne jeden Zusatzstoff, durchgefärbt braun.
Der Preis: Die Festigkeit sinkt, das Holz wird spröde. Für tragende Bauteile ist Thermoholz nicht geeignet.
Mehr dazu im Lexikon- Acetylierung
Chemische Umsetzung der wasseranziehenden Gruppen in der Zellwand. Das Ergebnis erreicht Dauerhaftigkeitsklasse 1 bei um rund drei Viertel reduziertem Quell- und Schwindverhalten – im Handel als Accoya bekannt.
Mehr dazu im Lexikon- Patina und Vergrauung
Unbehandeltes Holz im Freien wird durch UV-Strahlung silbergrau. Das ist ein rein optischer Vorgang an der Oberfläche und beeinträchtigt die Haltbarkeit nicht.
Wer den Originalton halten will, braucht pigmentiertes Öl und regelmäßiges Auffrischen. Wer die Patina akzeptiert, hat den geringsten Pflegeaufwand.
Worauf es auf der Baustelle ankommt
- Gerbstoffe und Metall
Eiche, Kastanie, Robinie, Lärche, Red Cedar und viele Tropenhölzer enthalten Gerbstoffe. Bei Feuchtigkeit reagieren sie mit Eisen und hinterlassen schwarze, nicht entfernbare Läufer.
Deshalb gilt bei diesen Arten: ausschließlich Edelstahl. Auch verzinkte Schrauben reichen nicht aus.
- Auswaschungen
Einige Hölzer – Bangkirai und besonders Merbau – geben in den ersten Monaten wasserlösliche Stoffe ab. Diese färben hellen Naturstein, Putz und Beton kräftig braun bis gelb.
Vor der Montage abwaschen lassen oder das ablaufende Wasser in der Anfangszeit von empfindlichen Flächen fernhalten.
- Holzfeuchte und Einbaufeuchte
Holz sollte mit der Feuchte eingebaut werden, die es später am Einsatzort erreicht: rund 9 Prozent in beheizten Räumen, 12 bis 15 Prozent im Außenbereich. Zu feucht eingebautes Holz schwindet, zu trockenes quillt.
Deshalb Material vor der Verarbeitung einige Tage am Einbauort lagern – bei Parkett und Terrassendielen ist das Pflicht, nicht Empfehlung.
- FSC und PEFC
Zwei Zertifizierungssysteme, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Nachverfolgbarkeit über die Lieferkette bescheinigen. Bei Tropenholz sind sie das wichtigste Instrument, um legale Herkunft sicherzustellen.
Für tropische Hölzer besteht darüber hinaus eine gesetzliche Sorgfaltspflicht: Herkunft und Legalität müssen dokumentiert sein. Fragen Sie uns nach den Nachweisen – wir haben sie.
