Allgemeine Beschreibung
Die Küstentanne (Abies grandis), auch Große Küstentanne oder Grand Fir, stammt aus dem Nordwesten Nordamerikas und wird seit dem 19. Jahrhundert auch in europäischen Forsten angebaut – in Nordwestdeutschland durchaus verbreitet.
Ihr Holz ist der heimischen Weißtanne sehr ähnlich, wächst aber schneller und liefert größere Dimensionen. Im Holzbau wird es wie Tanne und Fichte eingesetzt und ist in der Sortierung meist unter der Sammelbezeichnung Fichte/Tanne zu finden.
Eigenschaften von Küstentannenholz
Das Holz ist hell und harzfrei, Splint und Kern sind nicht zu unterscheiden. Die Oberfläche wirkt matt, ohne den seidigen Glanz der Fichte.
Die Festigkeitswerte liegen im Bereich von Fichte und Tanne, das Holz ist damit für tragende Konstruktionen im geschützten Bereich uneingeschränkt geeignet.
Eigenschaften im Überblick:
- harzfrei und geruchsneutral
- helles, ruhiges Erscheinungsbild
- gute Festigkeit bei geringem Gewicht
- in großen Querschnitten und Längen verfügbar
- leicht zu bearbeiten und zu nageln
- aus regionalem Anbau verfügbar
Technische Merkmale
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Holzart | Nadelholz |
| Botanischer Name | Abies grandis |
| Herkunft | Westliches Nordamerika, Anbau in Europa |
| Farbe | Gelblich-weiß bis hellgrau |
| Struktur | Geradfaserig, gleichmäßig, matt ohne Glanz |
| Rohdichte | ca. 400–450 kg/m³ |
| Festigkeit | Mittel |
| Bearbeitung | Sehr gut möglich |
| Natürliche Dauerhaftigkeit | Gering |
Verwendung
Küstentanne wird wie Fichte und Tanne im konstruktiven Bereich eingesetzt:
- Konstruktionsvollholz und Bauholz
- Dachkonstruktionen und Holzrahmenbau
- Innenausbau und Profilholz
- Fassadenschalung mit Beschichtung
- Schalungs- und Hilfskonstruktionen
- Verpackungs- und Palettenholz
Verarbeitung und Oberflächenbehandlung
Die Verarbeitung entspricht der von Tanne: gut sägbar, hobelbar und nagelbar, ohne Harzprobleme an Werkzeugen.
Weil das Holz harzfrei ist, nimmt es Lasuren und Deckfarben gleichmäßig an. Für Fassaden ist eine vollflächige Beschichtung und ein konstruktiver Schutz nötig.
Die Trocknung verläuft unproblematisch. Auf gleichmäßig getrocknete Ware achten, damit sichtbare Bauteile später nicht arbeiten.
Vorteile von Küstentannenholz
- harzfrei, sauber zu verarbeiten
- gute Tragfähigkeit bei niedrigem Gewicht
- große Längen und Querschnitte lieferbar
- regional angebaut, kurze Transportwege
- nimmt Beschichtungen gleichmäßig an
- wirtschaftliche Alternative zu Fichte
Zu beachten
Die natürliche Dauerhaftigkeit ist gering. Bewitterte Bauteile brauchen konstruktiven Schutz, eine Beschichtung oder eine Imprägnierung.
Die Aststruktur kann bei schnell gewachsener Ware gröber ausfallen als bei heimischer Tanne. Für Sichtflächen entsprechend sortieren.
Nachhaltigkeit und Herkunft
Als Anbaubaumart in europäischen Forsten liefert die Küstentanne regionales Bauholz mit kurzen Transportwegen und hoher Wuchsleistung.
In der Diskussion um klimastabile Wälder gilt sie als eine Baumart, die mit Trockenphasen besser umgeht als die Fichte – ihre Bedeutung dürfte zunehmen.
Zusammenfassung
Die Küstentanne liefert helles, harzfreies Bauholz mit den Festigkeitseigenschaften von Fichte und Tanne – in großen Dimensionen und aus regionalem Anbau. Für Konstruktion und Innenausbau eine solide Wahl.

