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Holzlexikon · Modifiziertes Holz

Accoya

Pinus radiata, acetyliert

Allgemeine Beschreibung

Accoya ist Holz, dem chemisch etwas beigebracht wurde: Bei der Acetylierung werden die wasseranziehenden Gruppen in der Zellwand mit Essigsäureanhydrid umgesetzt. Das Ergebnis ist ein Holz, das kaum noch Wasser aufnehmen kann.

Die Folgen sind beeindruckend: Dauerhaftigkeitsklasse 1, ein um rund drei Viertel reduziertes Quell- und Schwindverhalten und Herstellergarantien von 50 Jahren über Erdreich. Ausgangsmaterial ist meist Radiata-Kiefer, deren offene Struktur die Behandlung bis in den Kern zulässt.

Eigenschaften von Accoya

Optisch bleibt Accoya eine helle Kiefer – die Behandlung verändert die Farbe kaum. Der Geruch nach Essig verschwindet nach kurzer Lagerung.

Die Formstabilität ist der eigentliche Trumpf. Fensterprofile aus Accoya bleiben dicht, weil sie sich schlicht nicht bewegen. Für schmale Rahmen und große Glasflächen ist das entscheidend.

Eigenschaften im Überblick:

  • Dauerhaftigkeitsklasse 1, auch im Erdkontakt
  • Quell- und Schwindverhalten um etwa 75 Prozent reduziert
  • sehr gute Beschichtungshaftung, lange Wartungsintervalle
  • gleichmäßige Qualität durch industrielle Modifizierung
  • geringes Gewicht
  • unbedenklich verwertbar am Nutzungsende

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Modifiziertes Holz
Botanischer Name Pinus radiata, acetyliert
Herkunft Plantagenkiefer, Modifizierung in den Niederlanden
Farbe Hell gelblich, gleichmäßig
Struktur Kiefertypisch, gleichmäßig
Rohdichte ca. 500–550 kg/m³
Festigkeit Mittel
Bearbeitung Sehr gut möglich
Natürliche Dauerhaftigkeit Sehr gut

Verwendung

Accoya wird dort eingesetzt, wo Maßhaltigkeit und Lebensdauer entscheiden:

  • Fenster und Haustüren, besonders mit schmalen Profilen
  • Fassadenschalungen mit langen Wartungsintervallen
  • Terrassendielen und Stege
  • Brücken, Schleusen und Wasserbau
  • Pfosten und Bauteile im Erdkontakt
  • Gartenbauten und Sichtschutz

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Die Bearbeitung entspricht der von Kiefer und ist unkompliziert. Das Holz ist gut verklebbar und lässt sich sauber profilieren.

Wichtig: ausschließlich Edelstahlbefestigungen. Die Restessigsäure im Holz greift andere Metalle an, auch verzinkte.

Beschichtungen halten außergewöhnlich lange, weil der Untergrund nicht arbeitet. Das verlängert Wartungsintervalle deutlich – ein Kostenfaktor, der über die Nutzungsdauer gegen den höheren Einkaufspreis rechnet.

Vorteile von Accoya

  • höchste Dauerhaftigkeitsklasse bei geringem Gewicht
  • außergewöhnliche Formstabilität
  • sehr lange Wartungsintervalle bei Beschichtung
  • gleichmäßige, planbare Qualität
  • Modifizierung in Europa, keine Tropenholzfrage
  • auch im Erdkontakt einsetzbar

Zu beachten

Der Einkaufspreis liegt hoch. Wirtschaftlich wird Accoya über die Lebensdauer und die eingesparte Wartung, nicht im Materialvergleich.

Nur Edelstahl verwenden. Auch Beschläge und Verbindungsmittel entsprechend wählen.

Die Oberfläche ist relativ weich – für stark beanspruchte Böden gibt es härtere Alternativen.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Das Ausgangsholz stammt aus zertifizierten Plantagen, die Modifizierung erfolgt in Europa. Bei der Acetylierung entsteht Essigsäure, die im Prozess zurückgewonnen wird.

Am Ende der Nutzung ist Accoya nicht als Sondermüll zu behandeln – ein wesentlicher Unterschied zu kesseldruckimprägniertem Holz.

Zusammenfassung

Accoya ist das dauerhafteste und formstabilste Holz, das nicht aus dem Tropenwald kommt. Erste Wahl für Fenster mit schmalen Profilen und für Bauteile, die Jahrzehnte halten sollen.