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Holzlexikon · Laubholz

Hickory

Carya spp.

Allgemeine Beschreibung

Hickory (Carya spp.) ist das zäheste Nutzholz Nordamerikas. In der Kombination von Härte, Festigkeit und Schlagzähigkeit übertrifft es Esche und Eiche deutlich – ein Grund, warum Axtstiele und Hämmerstiele traditionell daraus gefertigt werden.

Als Bodenbelag ist Hickory dort gefragt, wo besonders hohe Beanspruchung zu erwarten ist. Der starke Kontrast zwischen hellem Splint und braunem Kern ergibt dabei ein sehr lebhaftes Bild, das man mögen muss.

Eigenschaften von Hickoryholz

Der Splint ist nahezu weiß, das Kernholz mittelbraun bis rötlich-braun. Beide werden gemeinsam verarbeitet, was den charakteristischen Kontrast erzeugt – im Handel oft als Calico Hickory bezeichnet.

Die Schlagzähigkeit ist außergewöhnlich: Hickory nimmt starke Stöße auf, ohne zu brechen. Gleichzeitig ist es so hart, dass die Bearbeitung anspruchsvoll wird.

Eigenschaften im Überblick:

  • höchste Schlagzähigkeit unter den Nutzhölzern
  • sehr hart und abriebfest
  • starker Splint-Kern-Kontrast
  • hohe Festigkeit
  • gut dampfbiegbar
  • hoher Werkzeugverschleiß

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Laubholz
Botanischer Name Carya spp.
Herkunft Östliches Nordamerika
Farbe Heller Splint, deutlich dunkleres braunes Kernholz
Struktur Ringporig, grob, mit starkem Splint-Kern-Kontrast
Rohdichte ca. 750–830 kg/m³
Festigkeit Sehr hoch
Bearbeitung Schwierig, hoher Werkzeugverschleiß
Natürliche Dauerhaftigkeit Gering

Verwendung

Hickory wird eingesetzt, wo mechanische Belastung im Vordergrund steht:

  • Parkett in stark beanspruchten Bereichen
  • Werkzeugstiele und Griffe
  • Sportgeräte und Turngeräte
  • Treppenstufen
  • Möbel mit rustikalem Charakter
  • Drechsel- und Handwerksarbeiten

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Die Bearbeitung fordert Werkzeuge und Maschinen. Hartmetall ist Pflicht, Vorschübe müssen angepasst werden, Vorbohren ist bei Schrauben unerlässlich.

Die Oberfläche lässt sich sehr glatt schleifen und nimmt Öl und Lack gut an. Wegen des Farbkontrasts wirken klare Oberflächen lebhafter als getönte.

Hickory eignet sich sehr gut zum Dampfbiegen – eine Eigenschaft, die im Möbel- und Gerätebau genutzt wird.

Vorteile von Hickoryholz

  • unübertroffene Zähigkeit und Schlagfestigkeit
  • sehr hohe Abriebfestigkeit
  • lebhafte, unverwechselbare Optik
  • hervorragend dampfbiegbar
  • in guten Abmessungen verfügbar
  • extrem langlebig bei mechanischer Belastung

Zu beachten

Die Bearbeitung ist aufwendig und verschleißintensiv. Kalkulieren Sie Zeit und Werkzeugkosten ein.

Trotz der Härte ist die natürliche Dauerhaftigkeit gering – Hickory ist kein Außenholz. Es arbeitet außerdem stark bei Feuchtewechsel.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Hickory stammt aus den nachhaltig bewirtschafteten Laubwäldern im Osten der USA, zertifizierte Ware ist verfügbar.

Für Werkzeugstiele gibt es mit Esche eine heimische Alternative, die zwar weniger zäh, aber regional verfügbar ist.

Zusammenfassung

Hickory ist das zäheste und härteste unter den gängigen Laubhölzern – erste Wahl für Werkzeugstiele und hoch belastete Böden. Anspruchsvoll in der Bearbeitung und nur für den Innenbereich.