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Holzlexikon · Modifiziertes Holz

Thermokiefer

Pinus sylvestris, thermisch modifiziert

Allgemeine Beschreibung

Thermokiefer entsteht wie Thermoesche durch Hitzebehandlung, meist nach dem ThermoWood-Verfahren. Das Ausgangsmaterial ist nordische Kiefer – günstiger und leichter als Esche.

Für Fassaden ist das die interessantere Variante: Das geringe Gewicht erleichtert die Montage großer Flächen, und die reduzierte Festigkeit fällt bei Verkleidungen nicht ins Gewicht.

Eigenschaften von Thermokiefer

Die Behandlung färbt das Holz durchgehend warmbraun. Harz wird bei den hohen Temperaturen ausgetrieben – Harzaustritte sind bei Thermokiefer kein Thema mehr, was für Sauna und Fassade ein echter Vorteil ist.

Das Quellen und Schwinden geht deutlich zurück, die Formstabilität steigt. Die Festigkeit sinkt, das Holz wird spröder und die Oberfläche etwas weicher.

Eigenschaften im Überblick:

  • harzfrei nach der Behandlung
  • durchgehend warmbraun gefärbt
  • sehr formstabil
  • leicht und einfach zu montieren
  • dauerhaft ohne chemischen Holzschutz
  • geringere Festigkeit, spröder

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Modifiziertes Holz
Botanischer Name Pinus sylvestris, thermisch modifiziert
Herkunft Nord- und Mitteleuropa, Modifizierung in Europa
Farbe Durchgehend warmbraun
Struktur Kiefertypisch mit deutlichen Jahrringen, Zeichnung gedämpft
Rohdichte ca. 450–500 kg/m³
Festigkeit Gering bis mittel
Bearbeitung Sehr gut möglich, spröder als unbehandeltes Holz
Natürliche Dauerhaftigkeit Gut

Verwendung

Thermokiefer ist vor allem ein Fassaden- und Saunaholz:

  • Fassadenschalungen und Profilbretter
  • Terrassendielen im leicht beanspruchten Bereich
  • Saunakabinen und Saunabänke
  • Sichtschutz und Gartenbauten
  • Balkonverkleidungen
  • Deckenverkleidungen innen

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Die Bearbeitung ist einfach, wegen der Sprödigkeit aber immer mit Vorbohren. Senkungen anlegen, damit Schraubenköpfe nicht ins Holz reißen.

Harzfreiheit bedeutet: keine Austritte an Werkzeugen und keine klebrigen Stellen an Sichtflächen. Für Saunabänke ist das der entscheidende Grund für Thermoholz.

Unbehandelt vergraut die Oberfläche. Pigmentiertes Öl hält den braunen Ton und ist bei Fassaden alle zwei bis drei Jahre aufzufrischen.

Vorteile von Thermokiefer

  • harzfrei und geruchsneutral
  • sehr leicht, große Flächen einfach zu montieren
  • formstabil auch bei breiten Profilen
  • kein chemischer Holzschutz nötig
  • günstiger als Thermoesche
  • durchgefärbt bis in den Kern

Zu beachten

Weich und spröde: Für Terrassen mit hoher Beanspruchung ist Thermoesche oder ein Hartholz die bessere Wahl.

Nicht für tragende Bauteile geeignet. Unterkonstruktionen aus unbehandeltem oder imprägniertem Holz ausführen.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Nordische Kiefer aus zertifizierter Forstwirtschaft, Modifizierung ohne Zusatzstoffe. Das Holz ist am Ende der Nutzung unbedenklich verwertbar.

Gegenüber kesseldruckimprägnierter Ware entfällt die Entsorgung als behandeltes Holz – ein oft übersehener Vorteil.

Zusammenfassung

Thermokiefer ist das leichte, harzfreie Thermoholz für Fassaden und Sauna: formstabil, dauerhaft und ohne Chemie. Für stark beanspruchte Terrassen zu weich.